Dongchan Kim – Most (Un)Important
22.08.2026 - 27.09.2026
Most (Un)Important versucht, diese Wahrnehmung auszudrücken: ein Blick auf Existenz jenseits der Logik der Notwendigkeit und ein Festhalten an dem Wert, den das scheinbar Nutzlose besitzt.
Kim Dongchans künstlerische Praxis beginnt bei den Spuren menschlicher Notwendigkeit. Technologie und Zivilisation haben sich stets im Dienste des Menschen entwickelt. Sobald ihr Nutzen endet, verschwinden sie meist still. Dongchan beobachtet diese Überbleibsel und bearbeitet sie neu, um die Schichten sichtbar zu machen, die ein anthropozentrischer Blick hinterlässt.
Die Gesellschaft folgt der Logik der Notwendigkeit: Was nicht mehr gebraucht wird, verliert seine Existenzberechtigung. Gefühle, Beziehungen und Erinnerungen werden konsumiert und weggeworfen. Mit dem Aufkommen künstlicher Intelligenz hat sich dieser Zyklus extrem beschleunigt. Bilder bleiben nicht länger Erfahrungen; sie werden erzeugt, konsumiert und sofort ersetzt. Die Geschwindigkeit visueller Rezeption übertrifft die Dauer emotionaler Erfahrung. Erinnerung wird nicht bewahrt, sondern nur weitergegeben. Dongchan konzentriert sich auf das, was in diesem Prozess verschwindet – die Rückstände, die übrigbleiben, wenn Notwendigkeit weiterzieht. Dazu gehören veränderte Pflanzen, genetisch modifizierte Organismen und einst begehrte Konsumobjekte. Jedes ist ein Produkt menschlicher Bedürfnisse, doch sobald der Nutzen verschwindet, bleiben nutzlose Überreste. Recycelter Kunststoff dient dabei sowohl als Material als auch als Metapher: Wiederverwendung wird zum Mittel, das Vergessene sichtbar zu machen. Dongchan hinterfragt eine andere Form von Intelligenz – jene, die Sentiment und Nutzlosigkeit bewahrt. Most (Un)Important versucht, diese Wahrnehmung auszudrücken: ein Blick auf Existenz jenseits der Logik der Notwendigkeit und ein Festhalten an dem Wert, den das scheinbar Nutzlose besitzt.
Kim Dongchan (*1990 in Busan, Südkorea) lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Prof. Simon Denny. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet er mit unterschiedlichen Medien.
Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 22. August um 11 Uhr in der Galerie in der Wassermühle Trittau sind alle herzlich eingeladen.
Parallel zur Ausstellungseröffnung findet ein Sommerfest mit Präsentation der aktuellen Arbeiten der Atelierhausgemeinschaft im benachbarten Atelierhaus Trittau statt.
Begrüßung
Torben Schop
Vorstandsvertretung der Sparkasse Holstein
Einführung
Miriam Schmidt
Referentin Kunst und Kultur der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn
Im Anschluss an die Einführung zur Ausstellung in der Wassermühle spricht Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, zur Präsentation der Ateliergemeinschaft.
Künstlergespräch
Am Sonntag, den 27. September findet um 15 Uhr ein Künstlergespräch mit Dongchan Kim in seiner Ausstellung statt.
Stormarner Kinderatelier
Sa., 19. September von 15 – 17 Uhr in der Galerie in der Wassermühle Trittau. Tickets sind online buchbar unter: stormarner-kinderatelier.de